Einsatz Hochwasser Dresden (Update)

Einsatz der Feuerwehr Hamburg in Dresden - Ausführlicher Bericht

Die Hamburger Feuerwehr hatte sich schon in der Nacht von Montag (3.6.) auf Dienstag mit einem Kontingent auf den Weg nach Dresden gemacht. Ab Mittwoch fuhren dann jeden Morgen 70 weitere Kameradinnen und Kameraden nach, um die Hamburger Einsatzkräfte vor Ort abzulösen. Am Donnerstagabend (6.6.) bekamen wir dann die Ankündigung, dass am nächsten Morgen vier Bramfelder und drei Barmbeker Freiwillige Feuerwehrmänner nach Dresden fahren würden. Wir sollten den Bereich Alstertal vertreten und Einsatzkräfte aus Wellingsbüttel, Winterhude, Hummelsbüttel, Sasel und Poppenbüttel ablösen. Wir freuten uns, endlich auch helfen zu dürfen, schließlich hatten sich am Montag beim Abfragen für Dresden nicht weniger als 19 Bramfelder Feuerwehrleute gemeldet.

Das Treffen war für Freitagmorgen um 7:30 Uhr an der Feuer- und Rettungswache Berliner Tor (F-22) angesetzt. Um 8:15 Uhr ging die Fahrt in Richtung Dresden in einem Reisebus mit 70 Feuerwehrleuten los. Mit zwei Stopps und einem kurzen Stauaufenthalt in Berlin kamen wir dann gegen 15 Uhr an und sammelten uns zur Besprechung. Wir hatten uns auf der Fahrt schon ein Bild von den Ausmaßen der Elbe machen können.

 

Nach ein paar erläuternden Worten zur Unterkunft und den Einsatzstellen, an denen die Feuerwehr Hamburg beteiligt war, gab es die Einteilung. Wir wurden auf ein Fahrzeug eingeteilt, welches schon im Einsatz und mit sieben Leuten besetzt war (wir waren auch zu siebt und auf ein Auto passen 9 Feuerwehrleute). Nach kurzer Klärung und einem Mittagessen für alle frisch hinzugekommenen, hatten wir ein Fahrzeug (das LF 16/Kats von Neuenfelde Süd) räumten das Fahrzeug auf und unsere Sachen hinein. Da zu dem Zeitpunkt die neuen Einsatzkräfte noch nicht benötigt wurden fuhren wir erst einmal Tanken. Einer der Barmbeker war ortskundig und gebürtiger Dresdener und konnte uns so zumindest einmal zur Elbe führen und einen weiteren Überblick über die Wassermassen zeigen. Diese Festwiese ist normalerweise nicht unter Wasser.

 

Wir waren schließlich die ganze Zeit über Funk einsatzbereit. Gegen 23:30 Uhr erhielten wir dann endlich unseren Einsatzbefehl, wir sollten zusammen mit der FF-Warwisch und der FF-Marmsdorf in einer Brauerei mit beim Pumpen helfen. Um Null Uhr brachen wir auf, wurden unterwegs allerdings an eine andere Einsatzstelle als Ablösung beordert, für Kräfte, die schon seit zwölf bis vierzehn Stunden im Einsatz waren. Die Alarmierung führte uns in die Reichenhallerstraße.


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Hier drohte in einem der Keller der Wasserpegel so hoch zu steigen, dass der Strom für den gesamten Hausblock ausgefallen wäre. Das Wasser war allerdings kein Elbwasser sondern Grundwasser, welches durch den Boden des gesamten Innenhofes sickerte. Wir fingen bei etwa 15 Zentimeter unter dem Stromverteilerkasten an mit den Pumparbeiten, hierbei setzten wir in den Kellerräumen eine Tauchpumpe ein, welcher mit Strom aus einem Stromgenerator betrieben wurde. Und im Hinterhof, welcher auf einer riesigen Fläche von mindestens 100 mal 100 Metern einen halben bis ganzen Meter unter Wasser stand, wurde die Fahrzeugpumpe und eine Tragkraftspritze eingesetzt. Die Arbeit wurde durch angesaugtes Holzsplitt aus den Beeten erschwert, wodurch wir regelmäßig gezwungen waren die Saugkörbe und Pumpen zu reinigen.

 

Auf der anderen Seite des Hinterhofes waren die anderen beiden FFen eingesetzt. Wir Lenzten die ganze Nacht durchgehend, etwa 2500 Liter Wasser pro Minute konnten alleine wir aus dem Innenhof herausholen. Abends wurden wir von den Anwohnern noch mit frischem Kaffee versorgt, wir sollten ja bis morgens durchhalten. Jeder von uns zog sich zwischendurch zurück um eine Stündchen zu ruhen und die Augen zu entspannen, der Tag hatte für uns ja schon um halb sieben angefangen. Am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang hatten wir sichtlich etwas geschafft, nicht nur dass der Strom noch lief, auch hatten wir den Wasserstand um 20 Zentimeter nach unten korrigiert, wir mussten nun das Fahrzeug verholen um weiterhin Wasser ansaugen zu können.

 

Die ersten Bewohner die morgens aufstanden und mit einem Guten Morgen und Dankesworten auf den Lippen in Richtung Stadt verschwanden, kamen schon nach einer viertel Stunde später wieder zurück um uns mit frischen Brötchen und Kuchen zu versorgen. Auch Kaffee bekamen wir, jemand anderes plünderte seinen Kühlschrank und brachte uns Aufschnitt. Eine so gute Versorgung an der Einsatzstelle sind wir nicht gewöhnt, auch die Dankbarkeit und die, trotz der schlechten Lage, gute Laune der Anwohner ist unbeschreiblich. Gegen 12 Uhr am Samstag kam unsere Ablösung, bis dahin war die halbe Nachbarschaft auf den Beinen, baute versiegelte Türen zurück und konnte sogar anfangen die Keller auszuwischen, da zwar im Innenhof das Wasser an den Tiefpunkten noch 50 cm hoch stand, aber die Keller schon Trocken waren. Wir hatten weitere 20 Zentimeter geschafft. Die Ablösung pumpte noch weitere vier Stunden und konnte dann abbauen, da der Rest des Innenhofes über das Sielsystem würde abfließen können und keine weitere Gefahr durch das Grundwasser bestand. Wir machten nach unserem Einsatz noch eine sehr kurze Stadtrundfahrt.

 

Zurück in der Unterkunft gingen wir noch schnell Duschen und dann nochmal drei Stunden schlafen. Nachmittags fuhr schon ein relativ großes Kontigent zurück nach Hamburg, da die Lage in Dresden soweit stabil war, dass die örtlichen Einsatzkräfte eigenständig klar kamen. Abends kam die Oberbürgermeisterin der Stadt Dresden, Helma Orosz, zu Besuch in das Lager, aß mit uns zu Abend, bedankte sich noch einmal sehr herzlich und wünschte uns für den nächsten Tag eine gute Heimreise.

Sonntag wurde alles zusammengepackt und abgebaut, so dass wir alle aufgeteilt in drei Kolonnen nach Hamburg zurück fahren konnten. Die Rückfahrt dauerte sehr lange, da auf den Autobahnen mehrere Kolonnen von Feuerwehr, THW, DLRG und weiterer Behörden unterwegs waren und wir in Berlin noch relativ lange im Stau standen. Um 19 Uhr waren wir wieder zurück und konnten uns zu Hause in Ruhe und entspannt ausschlafen. Wir danken an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich den Anwohnern, die uns so super versorgt haben und uns nach Kräften unterstützten.

Text: Sven Stöhr, Bilder: Timo Drux

 

Ursprünglicher Artikel vom 06.06.2013:

Seit Dienstag sind Einsatzkräfte der Feuerwehr Hamburg in Dresden, inzwischen ist schon die dritte Gruppe angekommen. Morgen früh um 7:30 Uhr wird sich die vierte Gruppe auf den Weg machen, dabei sein werden vier Bramfelder Feuerwehrleute.

Wir haben ein paar Informationslinks für Euch/Sie zusammengestellt und werden versuchen hier aktuelle Neuigkeiten einzupflegen, in wie weit das funktioniert können wir nicht sagen, da wir selbstverständlich nach Dresden runter fahren um dort zu helfen und nicht für besonders aktuelle Berichterstattung.

Hier trotzdem ein paar Links:

Facebookseite der Feuerwehr Hamburg

Twitter eines Bramfelder Kameraden (inoffiziell)

Informative Google Karte mit aktuellen Helferinfomationen (nicht von uns)