Bramfelder Jungs zu Besuch in Nicaragua

Unser Sönke (23) ist nach seinem Bachelor-Abschluss für ein Jahr im Rahmen der Entwicklungshilfe in Nicaragua. Nebenbei poliert er hier sein Spanisch auf und lernt in jungen Jahren noch die weite Welt kennen. Marcel (44 aus unserer Wehr) ist als Betreuer einer internationalen Jugendmaßnahme der Jugendfeuerwehr Hamburg für zwei Woche in Zentralamerika. Max (15), Rasmus (17) und Timo (17), alle drei Mitglieder unserer Jugendfeuerwehr sind auch Teilnehmer der internationalen Begegnung. Gemeinsam haben alle fünf sich auf den Weg gemacht, um u.a. auch die Hauptwache der Feuerwehr in unserer Partnerstadt Leon zu besuchen.

Am hinteren Ende eines Geländes der Polizei stehen zwei Gebäudekomplexe. Zum einen der Schlafraum mit dem Sozialtrakt und andererseits das Verwaltungsgebäude, mit der Küche, dem Gruppenraum und dem Lagerraum. Die Gebäudeteile sind schon so langsam in die Jahre gekommen und so freuen sich die Permanentes (Kollegen der Berufsfeuerwehr Leon) darüber, dass es Gespräche über einen Neubau dieser Feuerwehrwache gibt. Es wird aber wohl noch einige Jahre dauern.

Davor befindet sich ein unterdachter Bereich, der in der Regenzeit vor Starkregen schützt und den Rest des Jahres vor der erdrückenden Sonne. Mit 38 Grad ist es gegen 16 Uhr am Nachmittag schon echt warm, und so schauen wir uns die Fahrzeuge an. Darunter auch das eine oder andere Fahrzeug aus Hamburg. Stolz ist die Leoner Mannschaft auf ein russisches Geschenk. Leider ist sehr viel High-Tech in dem Fahrzeug drinnen, so dass man die Qualität unserer alten Rundhauber immer wieder positiv hervorhebt. Mal schauen, wann die wieder auf den 1. Stellplatz kommen, da die modernen Fahrzeuge nicht mehr so gehen.

Timo (17) ist immer noch davon beeindruckt, dass man hier unsere schönen Martinshörner ausbaut und gegen eine Blaulichtleiste der Polizei austauscht, welches mit elektronischem Signal versehen ist. Zwischen Schmunzeln und Erschrecken ist Timo allerdings, wenn er sieht, dass der RTW (ein Hamburger aus der 1. Generation) alarmiert wird und erst einmal vom Rundhauber Starthilfe benötigt, damit er durchstarten kann. Ist doch erschreckend, mit wie wenig Mitteln man hier wirklich helfen könnte.

Rasmus (17) beeindruckte am meisten den Generationsunterschied der Fahrzeuge. Zum einen einen alten deutschen IFA und einen alten Hamburger Rundhauber (70er Jahre) und im Gegensatz einen zwei Jahre alten Kamaz aus Russland. Letzterer mit High-Tech von Rosenbauer vollgepackt, wovon jedoch nur recht wenig genutzt wird und im Gegensatz da unser alten Rundhauber, welcher hier immer noch fleißig und zuverlässig seinen Dienst tut. Beim Besuch der Schlafräume ist schon beeindruckend für Rasmus (17), dass hier acht Leute zur gleichen Zeit auf Doppelstockbetten schlafen und sich hygienisch wohl fühlen, wobei unsere Leute hier ein durchaus anderes Reinheitsverständnis habe. Aber auch das Geschmacksverständnis variiert zwischen Deutschen und Nicas: Wir fragen einen Bombero, ob es im so gefalle und ob er etwas ändern wolle. So sagt er: "Das ist doch schön so und ich würde nichts dran verändern".

 

Anschließend haben Max, Rasmus und Timo noch einigen Nicas in einer Schule – die nicht in der Feuerwehr sind - beigebracht, wie die Erstmaßnahmen an einem Unfallort ergriffen werden. Praktisch waren sie hier v.a. mit der stabilen Seitenlage beschäftigt, aber auch mit dem Rautekgriff. Max (15) berichtete, dass wir aus Hamburg schon recht gut qualifiziert sind und vieles für uns selbstverständlich ist, wo der Nica doch sehr viel Neues gelernt hat. Da Max kein Spanisch kann, kam gleich ein ein Nica-Bombero aus unserer Gruppe dazu und erklärte den Schüler, welchen Sinn und Zweck der Rautekgriff hat und warum man hiermit so sehr effizient helfen konnte.

 

Grundlegend sind wir alle hier in eine neue und andere Welt eingetaucht. Dinge, die uns am ersten Tag noch erstaunt und beeindruckt haben, erfreuen uns ein paar Tage später, nachdem wir andere Gegensätze noch gesehen haben.

Einige Tagen sind Max, Rasmus, Timo und Marcel noch in Leon. Sönke wird hingegen noch bis Mitte des nächsten Jahres bleiben. Mal schauen wie sich der Kontakt zu den Bomberos hier weiter entwickelt.

 

 

Bilder folgen...